Die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung hängen sowohl von der Qualität der Embryonen als auch von den Einnistungsvoraussetzungen in der Gebärmutter ab.
Die Einnistung ist ein komplexer Prozess, der von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist. Eine erfolgreiche Implantation des Embryos setzt auf jeden Fall einen effektiven Dialog mit einer aufnahmefähigen Schleimhaut (Endometrium) voraus.

Die Zellbestandteile der Schleimhaut produzieren verschiedene Faktoren wie Zytokine und Wachstumsfaktoren zur Regulation der Einnistung. Das menschliche Endometrium ist  dabei nur für eine kurze Zeit zur Implantation bereit. Diese Zeitspanne wird Implantationsfenster genannt und im Wesentlichen durch die Steroidhormone Östradiol und Progesteron aus den Eierstöcken festgelegt.

Sowohl im natürlichen Zyklus als auch im Rahmen einer künstlichen Befruchtung nisten sich ungefähr 70% der entstandenen Embryonen nicht ein oder führen zu frühen Fehlgeburten. Auch wenn der größere Teil dieser Verluste nachweislich durch genetische Defekte bedingt ist, bleibt nach Ausschluss möglicher weiterer Ursachen wie Gebärmutterveränderungen, hormonellen Problemen, Zuckerstoffwechselstörungen und erhöhter Thromboseneigung ein Anteil von nahezu 40%, der dadurch nicht erklärbar ist.

Als mögliche Ursachen werden immunologischen Störungen der Implantation vermutet. Leider sind die bisherigen Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet nicht sehr umfangreich, was nicht die anzunehmende Bedeutung dieser Immunsystemdefekte im klinischen Alltag widerspiegelt.

Zudem können bei der aktuell zur Verfügung stehenden Diagnostik nur Befunde aus dem venösen Blut erhoben und daraus indirekt Rückschlüsse zur Situation im Endometrium gezogen werden.

Durchgeführte Immundiagnostik:

Das Spektrum der veranlassten Untersuchungen beinhaltet die folgenden Untersuchungen:

  • Lymphozytendifferenzierung mit T-Helfer-/T-Suppressor-Zell-Quotienten, Natürlicher Killerzell-Anteil und Konzentration von zytotoxischen B-Zellen
  • Nachweis von Autoimmunantikörpern und Antiphospholipid-Antikörpern
  • HLA-Antigene beider Partner zur Überprüfung einer Übereinstimmung
  • Nachweis sog. anti-paternaler Antikörper im cross-match-Test
  • KIR-Rezeptoren (Killercell Immunoglobulin-like Receptors): diese Rezeptoren der natürlichen Killerzellen (NKs) der Gebärmutter können mit Gewebemerkmalen des Embryos Kontakt aufnehmen. Je nach Rezeptorbesatz werden die NKs aktiviert oder gehemmt und dies könnte eine entscheidende Rolle für den weiteren Verlauf der Implantation spielen.

 

Aktuelle Therapiemöglichkeiten

Die therapeutischen Möglichkeiten zur Beeinflussung von Einnistungsstörungen und wiederholten Fehlgeburten (habituellen Aborten) sind beschränkt und gehen zur Zeit im Wesentlichen von empirischen Erfahrungen aus.

Im Folgenden möchten wir therapeutische Möglichkeiten vorstellen, die je nach Untersuchungsergebnis bei KITZ. zur Anwendung kommen.

Die Ihnen dargestellten Möglichkeiten einer Immuntherapie verlangen im Einzelfall eine genaue Analyse der reproduktionsmedizinischen Situation. Daraus sind im Rahmen einer umfassenden Aufklärung die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden abzuwägen.

Es ist festzuhalten, dass diese Verfahren bisher noch nicht durch prospektiv randomisierte Studien mit hohem Evidenzgrad validiert worden sind. Dieses grundsätzlich wünschenswerte Vorgehen ist nur sehr schwierig umzusetzen. Bei den für solche Studien in Frage kommenden Patienten erlaubt die belastende Vorgeschichte unserer Meinung nach keine Behandlung mit Placebos, so dass wir uns auch in Zukunft auf Fallkontrollstudien verlassen müssen.

Endometriumbiopsie
Seminalplasmaspülung
Partnerlymphozyten-Immunisierung
IVIG, G-CSF













Stärkung des Immunsystems

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